Warum wir „Die gute Schokolade“ an Plant for the Planet zurückgeschickt haben

Klimaschutz fängt mit Schokolade an

(Update vom 22.01.2022 am Ende dieses Textes) Die Stiftung Plant for the Planet kämpft gegen die Klimakrise. Sie tun das mit dem Anpflanzen von Millionen von Bäumen weltweit. Meine Familie unterstützt dies seit einigen Jahren mit regelmäßigen Geldspenden, weil uns der Klimaschutz sehr am Herzen liegt.

Jetzt hat uns Plant for the Planet einen Transparenz-Bericht und eine Tafel Milchschokolade geschickt. Wir mögen Schokolade wirklich sehr. Aber wir haben heute Felix Finkbeiner, dem Gründer der Stiftung, die sogenannte GUTE SCHOKOLADE zurückgeschickt. In einem Brief haben wir ihm auch erklärt, warum: 

Es ist wissenschaftlich schon lange erwiesen, dass die industrielle Tierhaltung maßgeblich zum Klimawandel beiträgt. Zahlreiche zuverlässige Quellen belegen das (Weltklimarat, UNO, Umweltbundesamt, Oxford Universität, Scientists for Future, Albert Schweitzer Stiftung…)

Klimaschutz beginnt auf unserem Teller und auch bei unserer Schokolade. Wir finden: Eine Milchschokolade zu versenden ist in dieser Zeit, in der wir starke Symbole für eine Begrenzung der Klimakatastrophe und des Artensterbens brauchen, das falsche Symbol.

Auf der Schokoladenverpackung steht, das Produkt sei klimaneutral. Aber: Mit dem Pflanzen von Bäumen den vermeidbaren Methan-Ausstoß der Kühe zu neutralisieren halten wir für absurd. MIT Bäumen und OHNE Milch ließen sich doch noch viel mehr CO2-Äquivalente einsparen.

Im Übrigen halten wir auch den Missbrauch und das Töten von fühlenden Lebewesen für total überflüssig. (Ja, für Milch werden Kühe und Kälber getötet.) Aber das ist ein anderes Thema. 

Meine Familie unterbricht jetzt erstmal die Unterstützung für Finkbeiners NGO und wir hoffen, Plant for the Planet wird in Zukunft auch die industrielle Tierhaltung als zerstörerische Kraft erkennen und vegane Schokolade verschicken. Die schmeckt uns besser.

Update vom 22.01.2022: Die Stiftung Plant for the Planet hat uns geantwortet. Zusammenfassend lautet die Aussage der freundlich gefassten Email etwa so: Plant for the Planet will mit der Schokolade möglichst viele Menschen für das Thema Klimakrise sensibilisieren, die Veganer sind bereits sensibilisiert, den Menschen schmeckt Milchschokolade am besten, also erreicht man mit Milchschokolade die meisten Leute.

Wir haben darauf heute mit dieser Mail geantwortet:

„Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Wir freuen uns, dass Sie unser Anliegen so ernst nehmen und mit uns kommunizieren!
 
Wir verstehen Ihre Nachricht so, dass Plant for the Planet mit der Guten Schokolade deshalb so erfreulich viele Menschen erreicht hat, weil sie eine Milchschokolade ist.
 
Darauf müssen wir jetzt antworten, da wir eine ganz andere Meinung dazu haben: Die Milchproduktion ist einer der großen Treiber des Klimawandels.  Millionen von männlichen Kälbern werden auf tagelangen Reisen in ferne Länder transportiert, weil sie keine Milch geben können. Das beides kann doch kein Kind so wollen.
 
Was die Kinder und Eltern wollen, ist eine gut schmeckende Schokolade. Es gibt so viele vorzügliche Schokoladen, die vegan sind, z.B. von Ritter Sport (Marzipan, Zartbitter, Sesam, Quinoa…). Einer der Marktführer, die Firma Lindt, hat mehrere vegane Schokoladen im Sortiment. Dann gibt es noch Oreo. Oder eben die bioveganen Klassiker wie Vego oder iChoc oder die von Vivani
 
Ihre Kunden würden doch niemals die Gute Schokolade verschmähen, wenn sie wie die von Vego oder Lindt  oder Ritter Sport schmecken würde, oder? Man müsste nichtmal draufschreiben, dass sie vegan ist, es wäre einfach eine Selbstverständlichkeit, wenn man damit etwas gegen die Klimakatastrophe tun will.
 
Momentan ist es aber ein Paradoxon mit der Guten Schokolade: „Mit Milch gegen den Klimawandel“. Wir halten das für das falsche Signal.
 
Bitte besprechen Sie das doch bei Gelegenheit nochmal innerhalb ihrer Stiftung und lassen Sie uns wissen, ob wir Sie überzeugen konnten.
 
Herzliche Grüße aus Berlin,
Familie Schäuffelen“
 

8 Gedanken zu „Warum wir „Die gute Schokolade“ an Plant for the Planet zurückgeschickt haben

  1. Saskia schreibt:

    Oh wow das ist eine so großartige Aktion! Danke ihr macht das do toll. Auch wie ihr das als Familie angeht. Mehr Vorbild geht nicht!

  2. Ihr seid einfach so genial. Ich fühle mich von euerm Engagement immer wieder sehr inspiriert! DANKE! 😀
    Und natürlich eine wunderschöne Weihnachtszeit!! 🙂

  3. DS schreibt:

    Wird denn die Milch in dieser Schokolade wirklich industriell erzeugt? Oder stammt sie aus Milchwirtschaft auf Weide und in traditionellen Gebieten, die kaum ander als mit Wiederkäuern auskömmlich zu bewirtschaften sind und für die menschliche Ernährung etwas zu bieten haben? Halboffene Weidelandschaften sind dje artenreichsten Kulturlandschaften. In einer solchen Halrungsform sieht die Energie- und die THG Bilanz sehr viel besser aus.
    Viele Rinder würden überhaupt nicht existieren, wenn sie nicht für unsere Nahrung gezüchtet und gehalten würden. Klar, man kann die vielen auch alten für Robusthaltung besonders gut geeigneten Rinderrassen natürlich auch alle aussterben lassen. ‍♀️
    Allerdings, ob die CO2 Bilanz mit Ackerbau für Fette und mit Kunstdüger besser zur Schließung der Nahrumgs-Lücke besonders von Fetten und Proteinen besser aus sähe? Und wäre dieser Ackerbau in den Gebieten traditioneller Rinderhaltung überhaupt möglich?
    Ich finde, man muss den Kontext immer mit berücksichtigen

  4. Michael schreibt:

    Übertrieben? Ich würde sagen im Gegenteil: Da vegane Schokolade viel klima- und tierfreundlicher ist, sowie genauso lecker, ist es zunehmend absurd für eine NGO sowie andere an Nachhaltigkeit Interessierte, weiterhin Schokolade aus Kuhmilch zu vertreiben/konsumieren.

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